Zwielichtpakt (Love, Seasonal)

Alles endet, wenn die Nacht endet.

Nach einem Unfall, der ihre Karriere als Tänzerin beendet hat, kehrt Mara in ihre verschneite Heimatstadt im Harz zurück. Ein Ort voller alter Legenden – und voller Erinnerungen, denen sie lange aus dem Weg gegangen ist. Vor zehn Jahren, in der ersten Raunacht, wurde ihre Jugendliebe Valentin hier von den Waldgeistern geholt.
Als die langen, finsteren Unternächte erneut anbrechen, kehrt Valentin endlich zu Mara zurück. Doch seine Rückkehr ist nur von kurzer Dauer. Wenn Mara ihn nicht aus dem Bann der Geister befreien kann, wird sie ihn verlieren, sobald die Nächte enden. Doch je tiefer Mara in die alten Sagen und ihre eigene Geschichte eintaucht, umso deutlicher wird, dass unter allem, was sie über den Wald und Valentin zu wissen glaubt, eine viel dunklere Wahrheit verborgen liegt.

„Zwielichtpakt“ und der mystische Harz

Dass ich einmal eine Harzgeschichte schreiben möchte, war mir schon früh klar, denn als Kind habe ich viel Zeit dort verbracht: Meine Großeltern lebten in der Nähe von Bad Harzburg, direkt am Waldrand, so wie Mara im „Zwielichtpakt“. Alte Raunachtmythen spielten in meiner Kindheit tatsächlich noch eine Rolle: Häng während der Raunächte keine Wäsche auf, sonst kommt die Wilde Jagd. Stell Kerzen in die Fenster, um die Geister zu vertreiben. Schon als Teenager kam mir deshalb die Idee zu „Zwielichtpakt“ – Als ich dann die Chance bekam, im Rahmen der „Love, Seasonal“-Anthologie des Plattenbau-Verlags eine Winter-Novelle zu schreiben, wusste ich sofort, welche Geschichte ich erzählen wollte.
Während der Harz und seine Sagen großen Einfluss auf meine Darstellung der Wintertraditionen, der Waldgeister und der Wilden Jagd genommen haben, steckt darin aber noch einiges mehr: Germanische und keltische Sagenfiguren, denen ich während meines Archäologiestudiums begegnet bin, Eindrücke aus meiner Zeit im norwegischen Fylke Vestland mit seinen dunklen, verschneiten Wintern, bis hin zu Shakespeares gehörntem Jäger Herne aus „The Merry Wives of Windsor“, der mich schon immer fasziniert hat. Natürlich kamen die lokalen Sagen aber auch nicht zu kurz: Besonders auf die Geschichte des Adeligen Hanns von Hackelberg, der im späten 16. Jahrhundert gelebt haben soll und nach Braunschweiger und Harzer Legenden die Wilde Jagd anführt, kam ich beim Schreiben immer wieder zurück.
Nun ist mein „Zwielichtpakt“ Teil eines großen Ganzen, denn die vier Geschichten in „Love, Seasonal“ sind eng miteinander verwebt, obwohl jede für sich eine eigene düster-romantische Geschichte erzählt. Neben meinen Waldgeistern und der wilden Jagd findet ihr in der Anthologie Geschichten über lebendige Puppen, die im Frühling wachsen, eine mystische See-Insel im Vollmondlicht des Sommers und einen Herbst voller singender Blumen.

„Zwielichtpakt“ hat als Einzeltitel 123 Seiten und ist als eBook (ISBN 978-3565398-28-7) auf allen gängigen Portalen erhältlich. Der „Love, Seasonal“-Gesamtband mit allen vier Geschichten von Anja Stephan, Bronwen Tudor, Stefanie Mühlsteph und mir ist als Taschenbuch (ISBN 978-3-565401-94-9) und eBook (ISBN 978-3-565398-25-6) erhältlich, überall wo es Bücher gibt.